Tipps und Tricks

Wie zähle ich am besten die Augen mit ?

Allgemein

Sicherlich wäre es ideal, wenn Du bei jedem Spiel Deine Augen und die der Gegner mitzählen würdest. Dies ist in der Praxis - vor allem für den ungeübten Skatspieler - kaum realisierbar. Schließlich sollen auch noch die Trümpfe mitgezählt und die einzelnen Farben im Auge behalten werden.

Ist mitzählen erlaubt ?

Sagen wir es so, es ist nicht verboten! In der Skatordnung steht lediglich (SkO 4.5.8): Lautes Mitzählen der Trümpfe oder Augen ist weder den Mitspielern noch den anderen Teilnehmern erlaubt. Und es ist eigentlich auch selbstverständlich, dass man nicht bei jedem Stich den aktuellen Punktestand bekannt gibt. Das laute Mitzählen der Gegenpartei endet übrigens mit dem Spielgewinn des Alleinspielers, wie erst kürzlich durch eine Skatgerichtsentscheidung bestätigt wurde (in dem Fall hatte der Kartengeber - der ja auch zur Gegenpartei gehört - verkündet: "Wir haben 56 Punkte - Du kannst Dein Spiel nicht mehr gewinnen!". Was übrigens völlig richtig war. Dennoch wurde dem Alleinspieler sein Spiel als gewonnen zuerkannt.)

Wann soll ich welche Karten mitzählen ?

Hier sind einige - natürlich unverbindliche - Tipps, die Dir das Mitzählen ein wenig einfacher machen sollen.

Wie zähle ich als Mitspieler der Gegenpartei ?

Als Gegenpartei brauchst Du Dir um die Karten des Alleinspielers keine großen Gedanken zu machen, zumal Du wahrscheinlich kaum weisst, was er gedrückt hat. In diesem Fall solltest Du die eigenen Augen zählen! Das Zählen der eigenen Augen kann nicht nur über Gewinn oder Verlust des Spiels entscheiden, sondern ist oftmals die rettende Hilfe, um aus dem Schneider zu kommen.

Beispiel:
Beim vorletzten Stich hast Du als Gegenpartei beim Grandspiel erst zwei Stiche gemacht. Du - in Hinterhand - hast noch einen Buben (in Pik) und eine Lusche. Der Alleinspieler in Vorhand hat ebenfalls noch einen Buben (in Karo). Der Alleinspieler spielt eine Dame einer fremden Farbe aus. Dein Mitspieler in Mittelhand gibt einen König einer anderen Farbe dazu.

Hättest Du Deine Stiche mitgezählt, so wüßtest Du, dass Du bereits 24 Augen in den zwei Stichen hast. Du kannst also die sieben Augen beruhigt stechen, da Du damit in jedem Fall aus dem Schneider bist. Hast Du nicht mitgezählt, so bist Du vielleicht dazu geneigt, Deine Lusche abzuwerfen und auf den letzten Stich zu hoffen. Kann Dein Partner (der vielleicht die Punkte mitgezählt hat und deshalb den König auf die Dame gelegt hat) jetzt nur eine Lusche zugeben, ist Deine Partei Schneider gespielt worden.

Und was mache ich, wenn ich Alleinspieler bin ?

Als Alleinspieler hängt es ganz von Deinen eigenen Gewinnchancen und Gewinnabsichten ab, ob Du Deine Karten, oder die der Gegner mitzählen solltest. Hast Du ein sehr starkes Blatt und möchtest wenn möglich Deine Gegner Schneider spielen, dann solltest Du die Augen der Gegenpartei im Auge behalten. Das gleiche gilt, wenn Du ein relativ starkes Spiel hast, aber drei oder vier Stiche abgeben musst. Wenn Du die Augen der Gegenpartei mitzählst, kannst Du vielleicht eine Deiner schlechten Karten auf ein Ass abwerfen, wenn Gefahr besteht, dass die Gegner noch mehr Augen machen, wenn Du diese Karte ausspielen musst.

Beispiel:
Du spielst einen Grand und befindest Dich nach dem vierten Stich in Hinterhand. Die einzige schwache Stelle, die Du noch im Blatt hast, ist ein mit einer 7 besetztes Ass. Die Gegenspieler spielen ein Ass und einen König einer Farbe aus, die Du nicht hast.

Hättest Du die Augen der Gegenpartei gezählt, wüßtest Du, dass die Gegenpartei erst 43 Augen in ihren Stichen hat. Du kannst die Lusche also gefahrlos abwerfen, die Gegenspieler erhalten lediglich 58 Punkte. Hast Du nicht mitgezählt, so wirst Du die 15 Augen womöglich stechen. Und die Schwachstelle - die 7 unter dem Ass - kann mit Schmierung 20 oder gar 21 Augen für die Gegenpartei einbringen, die ihr Spiel damit gewonnen hätte.

Ok, und wenn mein Blatt nicht so gut ist ?

Dann solltest Du Deine Augen zählen! Für Dich ist es jetzt wichtig zu wissen, wann Du gewonnen hast. Ein Tipp: übe Dich ein wenig im Kartenzählen! Wenn die Gegenspieler merken, dass Du jeden Deiner Stiche mitzählst, könnten sie ahnen, dass Dein Blatt nicht besonders gut ist und ihr Spielverhalten darauf einstellen.

Beispiel:
Im vorletzten Stich hast Du in Hinterhand noch einen Trumpf König sowie eine Lusche einer fremden Farbe. Du weisst, dass der Gegenspieler in Mittelhand noch eine Trumpf Dame hat. Vorhand spielt einen König einer fremden Farbe auf, auf die Mittelhand eine Lusche legt.

Vorausgesetzt, Du weisst nicht mehr, ob noch eine hohe Karte (Ass oder 10) bei den Gegenspielern sitzt, kann es jetzt spielentscheidend sein zu wissen, wieviel Punkte Du bereits hast. Hast Du 53 oder mehr Augen in Deinen Stichen gezählt, kannst Du den König beruhigt mit dem König stechen, da Du in diesem Fall Dein Spiel mit 61 Augen gewinnst. Hast Du weniger als 53 Augen in Deinen Stichen gezählt, kannst Du getrost die Lusche abwerfen. Denn unabhängig davon, was Du von den Karten, die die Gegenspieler noch in der Hand halten, weisst, kannst Du Dein Spiel nur mit dem letzten Stich gewinnen!