Tipps und Tricks
Wie muss ich mich beim Skatspielen benehmen?
Allgemein
Mit "Benehmen" ist das Verhalten auf Skatveranstaltungen wie Turnieren, Meisterschaften, Pokal- und Ligaspielen, aber auch Preisskaten und Vereinsabenden gemeint. Gerade für den Skatanfänger, der bis dahin nur den "gewöhnlichen" Kneipenskat gespielt hat, können diese Tipps sehr hilfreich sein.Wo kann ich darüber etwas nachlesen?
Ganz einfach: In der Skatordnung. Die aktuelle befindet sich zum Nachlesen hier: http://www.skat.com/skatordnung.html!Was muss ich beachten?
Eigentlich nur eines: Fairness (SkO 4.5.2)! Alle der folgenden Regeln leiten sich davon ab! Dass es beim Skat fair zugehen sollte, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und macht das Skatspiel für alle Beteiligten zu einem wundervollen Zeitvertreib.Was muss ich beim Geben und Aufnehmen der Karten beachten?
Hier sind die Regeln SkO 3.2 heranzuziehen.Ein Tipp: Nimm Deine Karten erst auf, wenn der Kartengeber alle Karten verteilt hat. Dies kann eine Menge Ärger ersparen. Stell Dir vor, Du hast vier Buben, vier Asse und eine 10 und stellst dann fest, dass Du nur neun Karten hast. Außerdem wird so das Risiko einer versehentlichen Skataufnahme minimiert, was immerhin zum Ausschluss am Reizgeschehen führt (vgl. SkO 3.2.14).
Was sollte ich beim Spielen als Teil der Gegenpartei beachten?
Das A und O ist: Sage nichts über das Spiel an sich aus (SkO 4.2.9)! Mache keine Kommentare, die in irgendeiner Form etwas über Dein Blatt verraten. Der Alleinspieler kann dann sofort auf Spielgewinn bestehen (sofern die Gegenpartei zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewonnen hat).Zu den Aussagen zum Spiel gehören übrigens auch provozierendes Vorziehen von Karten (SkO 4.2.7 iVm SkO 4.1.3 bis 4.1.6) sowie lautes Mitzählen der Stiche (SkO 4.4.6).
Und noch etwas: Falsch zu bedienen kann Jedem einmal passieren. Dann sollte man dies aber - wenn man seinen Fehler bemerkt hat - auch zugeben. Bewusstes falsches Bedienen ist natürlich alles andere als fair und kann zum Ausschluss an der Veranstaltung führen.
Beispiel:
Der Alleinspieler in Vorhand spielt Grand und spielt den Pik Buben aus. Dein Partner in Mittelhand überlegt, welche Karte er spielen soll. Du stehst vom Tisch auf, nimmst Deinen Kreuz Buben, hältst ihn hoch in die Luft, so dass Dein Partner die Karte sehen kann und rufst: "Den Stich mache ich! Schmiere was das Zeug hält!". Der Alleinspieler hätte nun die Möglichkeit, das Spiel zu seinen Gunsten zu beenden.
Was sollte ich beim Spielen als Alleinspieler beachten?
Hier bist Du nicht an die gleichen Benimmregeln gebunden als als Teil der Gegenpartei. Dir kann durch den Verrat Deiner Karten kein Nachteil entstehen. Dies ist vor allem vorteilhaft, wenn Du aus Versehen eine Karte fallen lässt (was als Teil der Gegenpartei dem Alleinspieler die restlichen Stiche sichert - SkO 4.1.9).Dennoch solltest Du Dich mit solchen Äußerungen zurückhalten. Du verwirrst damit die Gegenspieler und verleitest sie vielleicht sogar zu einem Spielzug, den sie ohne Deine Aussage nicht gemacht hätten.
Beispiel:
Du bist in Hinterhand und spielst Pik. Vorhand spielt das Herz Ass. Mittelhand überlegt, was er spielen soll. Du sagst ihm: "Lege, was Du willst. Ich werde den Stich sowieso trumpfen." Daraufhin legt Mittelhand die Herz 7 und Du legst Deine blanke Herz 8. Eventuell werden die Gegenspieler ein wenig sauer auf Dich sein.
Für den Alleinspieler gilt: Nach der Ansage des Spiels darf der Skat nicht mehr eingesehen werden (SkO 3.4.8).
Was sollte ich beim Spielen als sitzender Kartengeber beachten?
Bedenke: Du bist Teil der Gegenpartei (SkO 3.5). Demzufolge gelten für Dich dann die gleichen Regeln, als wenn Du aktiv am Spiel teilnehmen würdest.Darüberhinaus ist der Skat für Dich absolut tabu (SkO 4.5.4)! Wenn Du gerne in die Karten der Mitspieler sehen möchtest, mach das. Aber entscheide Dich für einen Spieler! Du darfst nicht nach mehreren Seiten "kiebitzen".
Aber: Als Teil der Gegenpartei hast Du auch das Recht, Spielfehler zu reklamieren (SkO 4.1.11)
Gibt's denn keine Ausnahmen?
Natürlich. Skatspielen soll Spaß machen. Wenn alle Spieler nur steif am Tisch sitzen, ohne dass eine Unterhaltung stattfindet, kann von Spaß keine Rede sein.Beispiele:
Du bist Alleinspieler und spielst die Trumpf 7 als erste Karte aus. Dazu sagst Du: "Diesen Stich mache ich!". Dass dies nicht mehr als ein schlechter Scherz sein kann, sollte allen Beteiligten klar sein.
Du bist Gegenspieler in Hinterhand. Vorderhand ist Alleinspieler und spielt den Kreuz Buben aus. Du sagst: "Den Stich übernehme ich!". Wer das glaubt darf getrost enttäuscht sein, wenn Du den Stich doch nicht übernimmst.
In solchen Fällen kann man kaum von Spielverrat reden. Der Spieler, der dies dennoch behauptet, sei an SkO 4.5.2 erinnert ("Alle Teilnehmer haben in jeder Situation das Prinzip der Fairness und Sachlichkeit zu wahren und kein fadenscheiniges Recht zu suchen.").